Theresienkapelle seit 1. Juli 2020 Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung

Die besondere Kapelle mitten im Singener Industriegebiet ist die nach bisherigen Kenntnissen einzig erhaltene Lagerkapelle in Deutschland. Sie war bereits zuvor ein Denkmal aus heimatgeschichtlichen Gründen und seit 2016 eine von der Landeszentrale für politische Bildung anerkannte Gedenkstätte. Nun hat das Landesdenkmalamt nach einer eingehenden Prüfung durch das Regierungspräsidium der Kapelle einen besonderen Denkmalstatus als Kulturdenkmal zugesprochen. Damit wird die historische Bedeutung herausgestrichen: erbaut auf dem Grund des ehemaligen Lagers für Zwangsarbeiter, initiiert von dem französischen Lagercommandanten Capitaine de Ligny als Zeichen einer frühen deutsch-französischen Versöhnung. Erbaut 1946/47 von deutschen Kriegsgefangenen, die dort inhaftiert waren und mit einfachen Mitteln einen besonderen Kirchenbau errichtet haben. Am 9.11.1947 der heiligen Theresia geweiht und seit den 1960er Jahren von der katholischen italienischen Mission als Gotteshaus genutzt.

Die Kapelle gehört heute der Stadt Singen, ist eine geweihte Kirche und ein Erinnerungsort, der für Frieden und Versöhnung steht. Dank das langjährigen Engagements des Singener Bürgers Wilhelm Josef Waibel steht die Kapelle heute noch – nachdem es immer wieder Pläne gab, sie abzureissen. Der Förderverein Theresienkapelle bietet Führungen und Informationen rund um die Kapelle an. Der darunter liegende Bunker (Deckungsgraben) kann ebenfalls besichtigt werden. Er diente beim damaligen Bau als Fundament.

In Memoriam Emil Netzhammer

12.6.1951 – 27.6.2020

Emil Netzhammer hat sich vorbildlich für den Erhalt der Theresienkapelle eingesetzt und war viele Jahre im Vorstand des Fördervereins aktiv. Dafür gilt ihm grosser Dank. Er wird uns fehlen. Unser Beileid gilt seiner Frau Veronika und seiner Familie.

Danke, Emil Netzhammer.

Im Namen von Vorstand und Förderverein Dr. Carmen Scheide

Singen, den 1. Juli 2020

8. Mai 1945 – 8. Mai 2020: 75 Jahre Kriegsende in Europa

Gedenken & Gedanken. Ein Video vom Singener Wochenblatt TV mit Wilhelm Waibel und Dr. Carmen Scheide in der Theresienkapelle. (Dank an Oliver Fiedler)
Bitte klicken Sie auf den nachfolgenden Titel, dann öffnet sich die Seite mit dem Video.
75 Jahre Kriegsende in der Theresienkapelle (Wochenblatt Singen TV)

Im Video erzählt Wilhelm Waibel über die Geschichte der Theresienkapelle und führt in den darunter liegenden Bunker, der als Fundament für den Kapellenbau 1946/47 genutzt wurde. Die Idee für das Video hatte der Chefredakteur des Singener Wochenblattes, Oliver Fielder.

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Absage Mitgliederversammlung am 30.03.2020 / Absage Gedenkfeier am 8. Mai 2020

Sehr geehrte Mitglieder und Freunde der Theresienkapelle, die angekündigten Veranstaltungen werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Wir hoffen, dass Sie alle gesund bleiben. Bitte bleiben  Sie zuhause – nur so kann die weitere Ausbreitung des Corona-Virus abgeschwächt werden.

Mit den besten Wünschen

Dr. Carmen Scheide, Vorsitzende Förderverein

Sonntag, den 22. März 2020

Allen Vereinsmitgliedern, Förderern, Besuchern und Besucherinnen, Interessierten und den Mitgliedern der Italienischen Gemeinde ein gutes, gesundes neues Jahr 2020!
Der Missione cattolica einen herzlichen Dank für die stets liebevolle Pflege der Kapelle und auch des Aussengeländes.
Die diesjährige Mitgliederversammlung wird voraussichtlich Ende März stattfinden, am 8. Mai 2020 wird es eine Veranstaltung zum 75. Jahrestag des Kriegsendes in der Theresienkapelle geben.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Carmen Scheide, Vorsitzende Förderverein Theresienkapelle Singen e.V.

PS: Nutzen Sie den Jahresbeginn, um die DVD „Der Chronist“ anzuschauen. Sie ist bei Buchhandlung Greuter als DVD oder Blu-Ray im Laden und auch online verfügbar.

Fotos von der DVD-Premiere (Dokumentarfilm „Der Chronist“, Deutschland 2018) in der Singener Buchhandlung Greuter. Vielen Dank an Michael und Christoph Greuter für die Veranstaltung. Es war ein toller Ort, um dem Gespräch mit Marcus Welsch (Regisseur) und Willi Waibel (Zeitzeuge und Protagonist des Films) zu folgen.

Die DVD kann ab sofort in der Buchhandlung Greuter gekauft werden, auch online. Sie hat 4 Sprachfassungen (Deutsch, Englisch, Polnisch, Ukrainisch).

Mittwoch, 20. November 2019, 19.30 Uhr, Buchhandlung GREUTER in Singen
DVD-Premiere „Der Chronist“ mit Marcus Welsch, Wilhelm Waibel, Michael Greuter (Moderation) und spannenden Filmausschnitten

Hier ist der link zur Veranstaltung:

DVD-Premiere bei Buch Greuter in Singen, Mittwoch, 20.11.2019, 19.30 Uhr

Vor einem Jahr hatte der Dokumentarfilm „Der Chronist“ über die Geschichtsarbeit von Willi Waibel und osteuropäische Zwangsarbeiter in Singen und Umgebung seine erfolgreiche Premiere. Inzwischen wurde der Film auch in Kiew, Warschau, Lodz und Berlin gezeigt. In seiner Heimatstadt ist der Ehrenbürger Wilhelm Waibel weithin bekannt, auch als immer noch aktiver Zeitzeuge in Erinnerung an die Greuel der Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges. Aber besitzt sein Lebenswerk, die Aufarbeitung des Unrechts an den „Sklaven Hitlers“, die Versöhnung und Entschädigung mit diesen Opfern über Singen und den Hegau hinaus eine Bedeutung? Mittlerweile wird an vielen Orten an die ehemaligen Zwangsarbeiter erinnert. In der Ukraine und in Polen beherrschen ganz andere Themen die tagespolitischen Debatten. Wie reagierten die Zuschauer dort auf den Film? Wie lockt man ein von Kultur verwöhntes Berliner Publikum zu einem Dokumentarfilm über die süddeutsche Provinz? So viel sei hier bereits verraten: in der Bundeshauptstadt war die Vorführung ebenfalls ein grosser Erfolg. Diese Fragen über die Reaktionen nach den Aufführungen beantworten der Regisseur Marcus Welsch und Wilhelm Waibel im Gespräch mit Michael Greuter am Mittwoch, den 20. November 2019 um 19.30 Uhr in der Buchhandlung Greuter in Singen.
Zugleich wird die nun veröffentlichte DVD des Dokumentarfilms vorgestellt, nachdem es immer wieder Nachfragen danach gab. Die spannende Gesprächsrunde wird durch Ausschnitte aus dem Film ergänzt.

Der Eintritt ist frei, um Anmeldung per mail unter mail@buch-greuter.de oder direkt in den Filialen wird gebeten.

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Der Dokumentarfilm „Der Chronist“ verfolgt die Spuren polnischer und ukrainischer Zwangsarbeiter 1939 bis 1945 in das Deutsche Reich, die Aufarbeitung und besonders die Versöhnung seit den 1960er Jahren. Der Film wird als Beitrag zum mahnenden Gedenken an den brutalen Überfall des Deutschen Reiches auf die Republik Polen am 1. September 1939 gefördert und in Warschau und Lodz gezeigt. Damit findet eine wichtige und unerlässliche Öffnung des scheinbar „kleinen“ und „nur“ lokalen Themas aus der Hegauer Industriestadt Singen in die Metropolen des heutigen Polens statt. Das ist wichtig und richtig, denn Krig, Diktatur und Unrecht gab es auch jenseits der grossen Zentren – und Aufarbeitung kann überall ihren Anfang nehmen, ebenso wie ein würdevolles, friedliches und versöhnendes Gedenken.

Alle Infos zu der Aufführung in Warschau finden Sie hier:

Infos Filmpremiere Polen Oktober 2019, Warschau

Gefördert durch das Auswärtige Amt & Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit

Berlin-Premiere
Ebenso wird eine Premiere des Films in Berlin gefördert von den beiden genannten Institutionen.
Sie findet am Montag, den 14.10.2019 in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin statt. Die Veranstaltung wird von der Gedenkstätte Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweise organisiert, einer Einrichtung, die der Topographie des Terrors angeschlossen ist. Eintritt frei, Anmeldung erwünscht.


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Dokumentarfilm „Der Chronist“ wird im September in der Singener Gems gezeigt:

Donnerstag, 19.9.2019, 20 Uhr: Der Regisseur Marcus Welsch ist persönlich anwesend und steht nach der Aufführung für ein Gespräch zur Verfügung.

Weitere Aufführungen: 24.9. (Dienstag) & 1.10. (Dienstag)

Info zu Aufführungen des Dokfilms „Der Chronist“ in der Gems/ Singen


Sonntag, 5. Mai 2019, 17.30 Uhr Theresienkapelle
Veranstaltung im Gedenken an das Kriegsende 1945
Lesung von & mit Wilhelm Waibel: Warte auf mich Babuschka

Dienstag, 30. April 2019, 19.00 Uhr Theresienkapelle
Mitgliederversammlung Förderverein

Sonntag, 28. Oktober 2018, 17 Uhr, Stadthalle Singen, Eintritt frei
Premiere Dokumentarfilm „Der Chronist“ von Marcus Welsch
„Der Chronist“ ist der Singener Wilhelm Waibel. „Ich wollte wissen, was da war“ (O-Ton Wilhelm Waibel).
Wilhelm Waibel ist nicht erst seit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Singen ein bekannter und geschätzter Zeitgenosse. Was ihm vor über 50 Jahren zufällig in die Hände fiel, ließ ihn lange nicht mehr los: Eine Kiste mit rund 1500 Personalakten aus der NS-Zeit von Männern und Frauen aus ganz Europa, die während des Krieges in Singen als Zwangsarbeiter arbeiten mussten. Die Suche nach diesen Menschen und die Auseinandersetzung mit den beteiligten Großfirmen beschäftigen Wilhelm Waibel ein Leben lang. Der Film rekonstruiert die außergewöhnliche Geschichte der Versöhnung zwischen „ehemaligen Feinden“ und zeigt die Erinnerung der letzten noch lebenden Zwangsarbeiter in Polen und Kobeljaki, Singens ukrainischer Partnerstadt.
Der Film möchte ein Stück europäischer Verflechtungsgeschichte schildern. Er reflektiert  den unterschiedlichen Blick, den die Beteiligten in den unterschiedlichen Ländern auf die Zeit der Zwangsarbeit haben. Für Wilhelm Waibel geht sein Einsatz um die Aufarbeitung der Geschichte immer noch weiter. Es ist in diesem Film zum ersten Mal gelungen, offizielle Vertreter der Nestlé vor die Kamera zu bitten, die mit dem Erbe der Maggi-Fabrik bis heute um den richtigen Weg mit der Vergangenheit ringen.
„Der Chronist“, Dokumentarfilm über Wilhelm Waibel
Regie:             Marcus Welsch
Filmlänge:       90 Min.
Infos:
Singener Kriminalprävention (SKP) über Telefon 07731/85-544, E-Mail skp@singen.de, Stadtverwaltung Singen, Freiheitstraße 2.
Regisseur Marcus Welsch wurde
1969 in Singen am Hohentwiel geboren. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in Konstanz, Toronto und Berlin. Sein Film-Handwerkszeug lernte er ab 1995 als Mitarbeit in diversen Filmproduktionen u.a. als  Regieassistent bei Wolfgang Becker (Good-bye, Lenin!), Roman Polanski (Der Pianist) und Volker Schlöndorf (Der Unhold) und Jean-Jacques Annaud (Enemy at the Gates). Nach diversen Kurzfilmen realisierte er seinen ersten Dokumentarfilm über die DDR-Sportlerin und Olympiamedaillen-Gewinnerin Katharina Bullin („Katharina Bullin – und ich dachte ich wär die größte“; Berlinale 2006), ein Portrait über eine Frau, die gegen die Zerstörung ihres Körpers durch die anabolen Leistungsexperimente im DDR-Sport kämpft. Bekannt wurde Marcus Welsch in der Region vor allem durch seinem Film, „Landschaftsgeschichten“ (arte 2011), der verschiedene Charaktere und ihrer Geschichten aus dem Hegau und der Höri vorstellt. Marcus Welsch lebt in Berlin.
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Montag, 9. April 2018
Mitgliederversammlung Förderverein Theresienkapelle Singen e.V., 19 Uhr, in der Theresienkapelle

Sonntag, 12.11.2017
Feierlicher Festakt zum 70. Jubiläum – 16 Uhr Gottesdienst in St. Josef, 18 Uhr Festakt in St. Josef. Interessierte sind herzlich willkommen.

Ausstellung zur Theresienkapelle nochmals bis zum 17.11.2017 in den Räumen der Sparkasse Singen zu sehen!

Neue Publikation: erhältlich im Stadtarchiv Singen um Preis von 9,80 Euro.
Hier ein Blick in das Inhaltsverzeichnis:
Seiten aus Publikation-Alles_8 korrCS_Seite_1Seiten aus Publikation-Alles_8 korrCS_Seite_2Seiten aus Publikation-Alles_8 korrCS_Seite_3
22. September 2017: Buchpräsentation „Zwangsarbeit, Gefangenschaft und Gottesdienst“
16. September 2017: Ausstellungseröffnung Museumsnacht Singen-Hegau
Bis zum 10. Oktober im Rathaus Singen – 22.9.2017, 19 Uhr Buchpräsentation
Zwangsarbeit, Gefangenschaft und Gottesdienst – 70 Jahre Theresienkapelle

Anlässlich der Museumsnacht am 16. September 2017 eröffnet das Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Theresienkapelle e.V. eine Ausstellung über die Geschichte des Standortes Theresienwiese.
Hier war von 1942 bis 1945 ein Lager für Zwangsarbeiter (Ostarbeiter) untergebracht, das nach Kriegsende für die Unterbringung von deutschen Kriegsgefangenen genutzt wurde (bis September 1948).Die deutschen Kriegsgefangenen erbauten die Kapelle, die 1947 geweiht wurde. In den 1980er Jahren wurde sie unter Denkmalschutz gestellt, was ihren Erhalt nach ungewissen Zeiten sicherte.
Seit 2016 ist die Theresienkapelle Gedenkstätte des Landes Baden-Württemberg. Herzstück der Ausstellung ist der Nachbau einer Lagerbaracke.
Die Ausstellung ist im Foyer vor dem Bürgersaal bis zum 10. Oktober 2017 zu sehen.
Termine der öffentlichen Führungen: mittwochs 17.30 Uhr und samstags 14.00 Uhr
Eintritt frei – Führungen ohne Voranmeldungen.
Begleitend gibt das Stadtarchiv eine Publikation mit Quellenmaterial heraus. Sie wird am 22. September 2017 um 19 Uhr im Rathaus Singen präsentiert und ist demnächst im Stadtarchiv Singen, im Rathaus (Kulturabteilung) oder beim Förderverein Theresienkapelle zu erwerben. (Verkausfpreis: ca. 10,00 Euro)